Filmrezension: 10.000 BC

Roland Emmerich ist nicht erst seit gestern für seine ausladenden Actionfilme bekannt. In „Independence Day“, „Godzilla“ oder „The Day After Tomorrow“ lies der deutsche Regisseur schon so einiges zu Bruch gehen. Auch in dem prähistorischen Actiondrama „10.000 BC“ geht es alles andere als ruhig zu. Ein Film, der weltweit circa 270 Millionen Dollar einspielen konnte.

Von der Mammut zur Menschenjagd

Die Hauptaufgabe des zurückgezogen lebende Bergstamms der Yagahl ist das Jagen der Mammut Tiere. Sie ernähren sich von dem Fleisch und nutzen das Fell der Urzeit-Elefanten als Kleidung. Doch mit der Zeit treffen die Tiere in zunehmend ungleichmäßigeren Abständen ein, was auf die einsetzenden Umweltveränderungen zurückzuführen ist. Eine Entwicklung, die tödlich für den Stamm sein kann, denn wenn sie sich nicht mehr auf die Mammutjagd verlassen können, fehlt ihnen jegliche Existenzgrundlage. Plötzlich taucht ein mysteriöses, blau-äugiges Mädchen auf: Evolet. Sie gibt an die einzige Überlebende eines anderen Stammes zu sein und die oberste Schamanin der Yagahl prophezeit eine düstere Zeit auf den Stamm zukommen, die aber zu einem guten Ende führen wird. Es soll zu einem Ende der Mammutjagd kommen und ein mächtiger Krieger wird mit Evolet den Stamm in ein zivilisiertes Leben führen. Gleichzeitig verliebt sich der junge D’leh in Evolet und verspricht ihr ewige Treue. Jahre später erscheinen aus dem Nichts heraus geheimnisvolle Krieger auf, die ein grausames Gemetzel im Dorf beginnen und zahlreiche Stammesmitglieder, darunter auch Evolet, als Sklaven verschleppen. Daraufhin macht sich eine Truppe aus Kriegern, u.a. D’leh und sein Mentor Tic Tac, auf, um Evolet und Co. zurückzuholen….

Eine epische Überdosis

Was erst als klassische Rachegeschichte beginnt, wird zu einer Rückholaktion epischen Ausmaßes. Denn die Krieger der Yagahl bleiben nicht lange alleine. Verschiedene Krieger aus anderen Stämmen schließen sich ihnen an, um an der dämonischen Kultur, die ihnen so viel Leid zugefügt hat, Rache zu üben. Dabei müssen sie sich gegen urzeitliche Raubvögel, Säbelzahntiger und diverse andere Hindernisse zu Wehr setzen, bis sie endlich an ihrem Zeil ankommen. Auf dem Weg dahin reihen sich zwar wunderschöne Landschaftsaufnahmen aneinander. Diese können aber nicht über die historische Inkorrektheit, sowie das völlige Fehlen eines logischen Drehbuchs und der Unentschlossenheit, ob es sich nun um ein historisches Abenteuer oder ein Fantasy-Film handeln soll, hinwegtäuschen. Im Endeffekt kommt von allen Seiten einfach zu viel zusammen. Das versucht epische, verliert aufgrund der hohen Dosis jegliche Wirkung und verkommt in einem beinahe belanglose, weil zu übertriebenem Mix aus Historiendrama und Fantasy-Film.

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